Heilig-Blut, Rosenheim |
Heilig-Blut, kath.
Rosenheim, Heilig-Blut-Straße 43 a
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Baugeschichte:
Ende 15. Jhd. | Es stand hier bereits die kleine Wallfahrtskapelle "zum Heiligen Blut". |
1508 | an der Stelle der Wallfahrtskapelle wurde eine spätgotische Kirche erbaut. |
1510 | Einbau des Flügelaltars des Meisters von Rabenden. |
1610/1611 |
In der ersten Hälfte des 17.Jh. erreichte die Wallfahrt zum Heiligen Blut ihren Höhepunkt. Sie war durch die vielen Wallfahrer und deren großzügige Spenden
die reichste Kirche des Pflegegerichts Aibling. 1758 waren es noch 27 Pfarreien, die nach Heilig Blut pilgerten.
Um die steigende Zahl der Wallfahrer fassen zu können, wurde das gotische Kirchlein durch ein geräumiges Langhaus erweitert. Das Kirchenschiff erhielt Spitzbogenfenster und zwei Seitenaltäre. |
1624 | Stiftung des großen Wandepitaphs mit den Darstellungen der sieben Blutvergießungen Jesu. |
1631 | Renovierung des spätgotischen Chorraums. |
1654 | Übertragung der Panger Sebastiansbruderschaft nach Heilig Blut. |
1657 | Erweiterung des Epitaphs durch die Errichtung des Sebastiansaltars für die Bruderschaft. |
1686 | Barocke Umgestaltung des Chorraums mit Errichtung eines neuen Hochaltars. Als kostbarster Schatz des Gotteshauses wurde im Mittelschrein das alte Gnadenbild, der Gnadenstuhl des Meisters von Rabenden, integriert. Auch der Sebastiansaltar wurde umgestaltet. |
1686/87 |
Die heute noch fast vollständig erhaltene Stuckdekoration entstand in jenen Jahren. Sie ist ein Zeugnis frühbarocker Kunst in Süddeutschland. Geschaffen
wurde dieser Stuck von dem aus Graubünden stammenden Künstler Giulio Zuccali.
Von ihm existieren in Süddeutschland nur zwei weitere Werke und zwar in Herrenchiemsee und Sachrang. Dort ist der originale Stuck aber nicht mehr vollständig erhalten. Anders verhält es sich in der Kirche Heilig Blut, wo der Stuck in kompletter Form vorliegt. Deshalb ist diese Dekoration auch ein wichtiges historisches Dokument, das umfassende Informationen über den Stil und die Technik des Künstlers liefert. |
1760 | Ersatz der bisherigen Tafeldecke des Langhauses durch eine Weißdecke. |
1762/63 | Bau einer neuen Kanzel im Rokokostil. |
1764/65 | Bau neuer Seitenaltäre. |
1802 | Die Kirche wird im Rahmen der Säkularisation als entbehrlich erklärt. |
1807 | Die Kirche wird zum Abbruch bestimmt. Sie blieb jedoch auf das inständige Bitten des blinden Drechslers Georg Obermayer aus Happing bei König Max Joseph erhalten. |
1871 | Große Renovierung im damaligen Zeitgeschmack: der Mittelgang und die beiden Seitenportale wurden beseitigt. |
1947 | Rückkehr der im Jahre 1941 für den Krieg abgelieferten Glocken aus Hamburg. Sie läuteten am 19. Oktober desselben Jahres zum ersten Mal wieder in Heilig Blut. |
1948 | Große Renovierung: das Chorgestühl wurde beseitigt und durch Kinderbänke ersetzt, die Seitenaltäre wurden verändert, ebenso der Sebastiansaltar. |
1953 | Einbau einer neuen Orgel mit 15 Registern durch Fa. Schuster, München; von der alten Orgel aus dem Jahre 1846 konnte nichts mehr übernommen werden. Einbau einer Kirchturmuhr. |
1. März 1954 | Erhebung von Heilig Blut zur Pfarrkuratie. Bis zu diesem Zeitpunkt war Heilig Blut eine Expositur von Pang, die seit 1948 vom Expositus Otmar Rieder betreut wurde. Am 1. März 1954 wurde er Kurat von Heilig Blut. Zur Pfarrkuratie gehörten damals neben Heilig Blut Happing, Kaltmühl, Kaltwies, Aisinger Landstraße, die (damalige) Gemeinde Oberwöhr. |
1956 | Einweihung des neuen Pfarrhofs in Heilig Blut. |
1. August 1957 | Erhebung der Kuratie Heilig Blut zur Pfarrei. Damit wurde auch Kurat Otmar Rieder der erste Pfarrer von Heilig Blut. |
1992 bis 1999 | Gründliche Renovierung der Pfarr- und Wallfahrtskirche Heilig Blut: Die Bausubstanz war in einem so desolaten Zustand, daß die Kirche außen und innen restauriert werden musste. Die Neugestaltung des Chorraums übernahm der Rosenheimer Bildhauer Josef Hamberger. Die Innenrestaurierung lag in den Händen des Kirchenmalers Rainer Neubauer aus Bad Endorf. |
Quelle: www.hl-blut-rosenheim.de/ |
Der Altar in Heilig-Blut |